Ausrüstung

Fabian, was nimmst du eigentlich alles mit?
Eine Frage, die oft gestellt wird und gar nicht so schnell beantwortet werden kann. Rund 60kg sind es, Campingausrüstung, Kochen, Reparieren; vieles muss bedacht werden.
Da ich ja gerade Zeit habe, versuche ich die Frage mal ausführlich zu beantworten und stelle meine Ausrüstung hier mal vor.
Ob das alles so das Richtige ist, kann ich auch noch nicht sagen, das wird sich noch zeigen und wenn mir was nicht mehr gefällt, werde ich das hier auch sagen 😉

Campingausrüstung

Wenn man lange unterwegs ist, muss man auch Übernachten können. Ob sich immer ein Hotel, Hostel oder Ähnliches findet, vor allem aber auch bezahlbar, ist unwahrscheinlich. Also nimmt man sich sein Hotel selber mit, da ist man auch frei darin, wo man den Abend verbringen will.

Und was gehört dazu?

Zunächst einmal ein Dach über dem Kopf. Mein Dach (und die Wände auch gleich, ist es nicht toll!!) ist von MSR und nennt sich HubbaHubbaNX.
Nachdem mein altes Zelt in Norwegen zum zweiten Mal mit kaputtem Gestänge ausgefallen ist, musste ein Neues her. Rodrigo hat mir dieses empfohlen. Viel kleiner im Packmaß und deutlich Leichter als das Alte, etwas weniger Platz.

Auf dem Boden schlafen ist auch doof, eine Isomatte muss also her. Gleich Zwei besitze ich schon, trotzdem kommt noch eine neue Matte dazu. Die Sea-to-Summit Etherlight XT soll es sein, 10cm Luftkammern sorgen dafür das auch beim Seitenschlaf die Schulter nicht an den Boden kommt. Mit dazu: ein Packsack der gleichzeitig als Pumpsack dient. Klasse!

Eine Decke braucht man auch noch, oder Schlafsack wie die Camper sagen. Gut zu verpacken und leicht, für den Dauereinsatz geeignet und ein breiter Temperaturbereich. Da bleibt nur Daune über, leider nicht billig aber guter Schlaf ist wichtig.
Western Mountaineering ist es geworden, der TerraLite. Viel Platz für Leute mit breiter Statur *hust* und als Decke bei höheren Temperaturen einsetzbar.

Kleinigkeiten, die das Leben schöner machen, sind auch noch dabei. Eine Hängematte, ein Campingstuhl, eine Tarp. Damit es auch gemütlich werden kann.

Küche

Was Essen muss man auch, also kommt auch eine Küche mit. Vier Kochfelder, Mikrowelle und Ofen, Spülmaschine und Kaffeemaschine. Ein paar Hundert Kilogramm und ziemlich Voluminös. Das muss was anderes her!

Erstmal was zum heiß machen. Mein guter alter Trangia Kocher kommt nicht mit!
Warum den nicht? Der ist doch Super!
Stimmt, aber der läuft mit Spiritus. Und Benzin hab ich dabei, sonst habe ich ein größeres Problem. Also ein Kocher mit Benzin. Gewählt habe ich den Whisperlite von MSR, preislich in der Mittelklasse, aber mit eingebauter Reinigungsnadel und dem Zubehör kommt er den Topmodellen nahe.

Auf den Kocher gehören Töpfe!
Damit diese möglichst klein sind, hab ich faltbare besorgt. Passend zu meinem Becher, seit Jahren dabei, jetzt auch noch Kochtopf und Wasserkessel.
Hersteller ist Sea-to-Summit und so kleine Töpfe (wenn zusammen gefalltet) hab ich noch nie gesehen!

Wenn es fertig Essen geben soll, oder eine Suppe oder so etwas, dann wird nur noch Wasser benötigt. Dafür habe ich das Camelbak auf dem Rücken, 2 Liter Wasser, und zwei Flaschen vorne am Motorrad. Das gibt dann schon mal 3,2 Liter Wasser zusammen. Sollte das nicht reichen, kann ich auch noch Wasser filtern, den Filter von Sawyer habe ich dabei. Mit zwei Beuteln und Zeit kann dann Wasser gefiltert werden.

Werkzeug, Ersatz und Reparatur

Eine Menge könnte man einpacken und hat doch wahrscheinlich nicht genug dabei. So geht es vor allem mit dem Werkzeug. Bei der Zusammenstellung des Werkzeugs habe ich mich an zwei Listen gehalten:

Zusammenstellung aus dem Reiseworkshop in Hechlingen (siehe hier)
und
Wartungshandbuch für die BMW von Bucheli

Dabei kommt dann Werkzeug rum, dass man für Reparaturen, die man auch tatsächlich durchführen kann, benötigt. Das Buch selber ist auch dabei, ein wenig Erklärung dann und wann ist immer gut.
Die Auswahl bei Ersatzteilen geht auch nach den Listen und der Überlegung: Was verhindert eine Weiterfahrt? Ungemütliches Weiterkommen ist besser als komplett zu stranden.

Für den Notfall sind auch noch Bundeswehr Kekse dabei. Halten ewig, wiegen wenig und machen satt. Ein Liter Wasser mit Micropur bearbeitet ist auch noch für die schlimmsten Situationen dabei. Und das alles gemütlich beschienen durch Knicklichter 🙂

Fahrerausstattung

Gute Ausrüstung am Körper sollte für jeden Motorradfahrer eine Selbstverständlichkeit sein. Für die Tour habe ich nur die Kombi ausgetauscht. Ich wollte etwas haben, das von sich aus Wasserdicht ist und bin bei einem Drei-Lagen-Laminat gelandet. Ein gutes Angebot bei Touratech hat dann den Ausschlag für diese Kombi gegeben. Mit warmer Innenkleidung auch bei 0° angenehm zu fahren!

Der Helm von Arai begleitet mich schon einige Kilometer (Grüße nach Pulheim 😉 ) und wird auf keinen Fall ausgetauscht. Die Stiefel von Daytona sind auch top.
Die Handschuhe für Nasses Wetter habe ich mir nach der Norwegentour noch schnell zugelegt. Die für warmes Wetter hatte ich vorher schon. Beide BMW Sommerhandschuhe.

Kleinigkeiten

sind immer noch dabei.
Da ich das Telefon gerne am Körper habe, damit ich es im Notfall auch habe, lade ich tagsüber über das Motorrad Powerbanks auf, mit denen ich dann in der Nacht das Telefon laden kann. Die Taschenlampen sind auch über USB ladbar, damit mir das Licht nicht ausgeht. Bis auf Surface und Kamera kann alles über diese Powerbanks geladen werden, selbst die GoPro kann so neuen Saft bekommen.
Ansonsten noch ein Buch, zum analogen Tagebuch schreiben, und ein Universalwörterbuch. Universal?? Ja, voll mit Bildern zum draufzeigen. Damit sollte man sich schon verständlich machen können.
Ein kleines Fotobuch mit Bildern der Familie ist auch noch dabei, dann kann man auch zeigen, woher man kommt. Danke dafür 😉

Unglaublich, was so alles in die Taschen passt, vor allem wenn man dann mal alles ausgebreitet auf der Wiese sieht. Einiges wird zu viel sein, einiges wird fehlen, aber das meiste ist hoffentlich genau richtig.
Auf vieles bin ich nicht eingegangen, auf den Bildern seht Ihr mehr.
Ich bin jetzt nicht genauer darauf eingegangen, wie die Entscheidung für welche Ausrüstung gefallen ist, wenns euch interessiert, fragt halt nach 😀

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