Finnland und Estland in Woche 8

Ein neuer Blogpost? Aber es ist doch erst Samstag! Was soll das?
Heute habe ich ein wenig Zeit und Internet, so das ich heute schon den Post verfasse. Freut euch, Ihr müsst einen Tag weniger Warten 😉

Montag, 27.07.20, Tag 53

Es schein tatsächlich die Sonne als ich aus dem Zelt krieche. Trotzdem bin ich heute langsam, wenig motiviert. Ich fange an, das Camp abzubauen und entscheide mich dann um. Der Campingplatz ist recht günstig, fast in der Stadt gelegen, hier kann ich auch noch ein wenig bleiben.
Ich wander bei schönstem Wetter los, um die Stadt anzuschauen. Wikipedia sagt zum Thema Sehenswürdigkeiten in Joensuu: „Die moderne Stadt bietet relativ wenig Sehenswürdigkeiten…“ Mist.
Was solls, ich wandern am Fluss entlang, ein riesiger Grünstreifen ist angelegt, schon eher ein Park und es ist echt schön hier. Vielleicht sollte ich Wikipedia mal aktualisieren 🙂
Dann geh ich doch ins Zentrum, ich brauche ein neues aufblasbares Kissen, mein 5 Jahre altes hat dann doch den Geist aufgegeben. Drei Läden braucht es bis ich eins finde, aber dafür hab ich jetzt auch eine Hängematte…

Dienstag, 28.07.20, Tag 54

Heute geht es dann wieder weiter, Richtung Imatra soll es gehen, aber auf kleinen Straßen, mitten durch die Seenlandschaft. Also mal eine Route basten und los. Für den Abend habe ich mir in iOverlander eine Stelle auf einer Insel ausgeschaut, soll sehr schön sein, mal sehen.
Hauptsächlich über Schotter geht es, bis am frühen Nachmittag meine Route um eine Ecke an einem See kommt. Eine Badestelle ist hier angelegt, mit Grillhütte, Trockentoilette und Pier. Komischerweise auch einer Bühne und zum See abgestuften Bänken. Was hier bei schönem Wetter wohl abgeht? Die aufgestellten Schilder geben keine Antwort darauf.
Ich mach mir gemütlich was zu essen in der Grillhütte und beschließe hier schon das Zelt aufzubauen, hier ist es schön, wer weiß wie es auf der Insel wirklich ist.
Kaum steht das Zelt, geht der Regen wieder los, gutes Timing mal wieder bewiesen. Ein Pärchen auf Fahrrädern kommt vorbei, erstmal aus dem Regen raus in die Grillhütte. Die Beiden bleiben auch gleich da und bauen ihr Zelt am Ufer auf. Ein Feuer wird angezündet und vertreibt die feuchte Kälte. Ein Fahrrad taucht auf, ein weiterer Gast in der fröhlichen Runde. So quatschen wir am Feuer bis zum Abend, Reisende haben immer Themen.

Mittwoch, 29.07.30, Tag 55

Jetzt aber nach Imatra, da will ich ja schon eine Weile hin.
Ein riesiges Wasserkraftwerk steht hier am Fluss, genug Strom für ganz Finnland, zumindest als es gebaut wurde. Inzwischen hat es jede Menge Verstärkung bekommen. Um Punkt 7 Uhr Abends werden die Fluttore geöffnet und das Wasser darf durch das alte Flussbett rauschen, eine tolle Sache anzuschauen. Heißt es. Wegen Corona sind alle Shows abgesagt, es zieht einfach zu viele Menschen an.
Lappeenranta ist das nächste Ziel, eine alte Festungsstadt. Ich fahre hoch und bemerke gar nicht, das ich in der Festung bin. Alles ist zu Verkäufsflächen mit Buden oder Restaurants umgebaut. Nur am Ende sieht es noch ein wenig nach Festung aus. Schade und weg.
Der Blick auf die Wetterkarte sagt nichts Gutes, richtig Dicke Wolken mit Gewitter kommen in meine Richtung. Also auf die große Straße und drunter durch ducken. So komme ich dann ich Helsinki an, ein Hostel für zwei Nächte wartet. Dann kann ich mir die Stadt wenigstens für einen Tag anschauen.
Aber erstmal einen Parkplatz finden, zwischen 9 un 21 Uhr soll die Stunde hier 4€ kosten und mit Knöllchen sind die auch sehr schnell. Auf dem Fußgängerweg parken? Fehlanzeige, Abschleppen ist fast garantiert wird mir erzählt. Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe mach ich mich also auf die Suche nach einem Parkplatz und habe Glück, ein paar hundert Meter, zu Fuß, vom Hostel entfernt ist ein Motorrad Parkplatz. Schein kostenlos zu sein, niemand von den hier parkenden hat einen Zettel am Motorrad und einige Bikes stehen wohl schon länger hier.

Donnerstag, 30.07.20, Tag 56

Helsinki, die Hauptstadt der Finnen, die Heimat von einem Großteil der Finnen. Aber wirkliches Großstadt Feeling kommt nicht auf, keine Übergroßen Hochhäuser, viel Grün und große Fußwege.
Und eine Menge anzusehen, vor allem Kirchen. Das die Finnen so religiös sind hätte ich nicht gedacht. Ist wohl auch nicht so, aber die Religionen müssen halt alle Ihre eigenen Kirchen hinterlassen. Auffällig ist die opulente Kirche der orthodoxen Finnen, viel Gold und viel Bemalung. Der Dom ist auch eindrucksvoll, mit einem tollen Blick auf einen Marktplatz steht das weiße Gebäude da. Leider ist gerade eine private Veranstaltung und Zutritt nicht gestatte.
Am besten hat mir jedoch die Stein Kirche gefallen, sicher nicht der richtige Name, aber es passt. Ein Eingang führt in einen Hügel, hier ist eine Kirche mit rohen Wänden, teils aus Fels, teils aufgeschichtet. Eine sehr ruhige Stimmung herrscht hier.
Auf dem Weg dahin komme ich einem Elch sehr Nahe, dass es eine Statue ist die nicht flüchten kann hilft, am Abend gibt es dann noch Elch in Brot, damit ist Elch dann auch abgehakt 🙂
Gegen 21 Uhr fahre ich das Motorrad wieder vors Hostel, jetzt ist ja frei Parken, und packe schon mal ein was nicht mehr gebraucht wird. Morgen will ich nicht zu lange brauchen.

Freitag, 31.07.20, Tag 57

Früh stehe ich auf, zur Fähre. Schnell noch den Rest Gepäck runter bringen und dann los. Gar nicht so einfach sich in der Stadt zurecht zu finden, ein paar mal biege ich falsch ab aber um diese Uhrzeit, also vor 8 Uhr, ist hier noch nix los und umdrehen geht problemlos.
Irgendwie schaffe ich es doch zum Fähranleger, ein wenig Nervös bin ich schon. Estland lässt Europäer rein, solange in den Ländern weniger als 15 / 100.000 Neuinfektionen in einem Zeitraum von einer Woche gemessen wurden. Deutschland liegt lauf estischem Zoll bei 7,5 also kein Problem. Finnland hat gerade mal 1,5 und hier komme ich ja her. Auf die Fähre zu kommen ist auch kein Problem, kurze Passkontrolle, aber wohl eher ob ich auch derjenige bin, der reserviert hat und schon geht es weiter.
An Bord erstmal Frühstücken. Das Baguette ist ganz OK, nachdem ich den Kaffee mit Milch und jede Menge Zucker umgebaut habe ist dieser auch fast genießbar, schmeckt halt nicht mehr nach Kaffee…
In Tallinn dann runter von der Fähre. Keine Kontrolle. Einfach los und mitten in die Stadt. Na dann.
Das mit dem falsch Abbiegen wiederhohlt sich, trotzdem bin ich um kurz von Eins am Hostel, wie angekündigt. Parkplatz nebenan. 20€ für 24h, das ist teurer als das Hostel für zwei Nächte. Toll, ich hatte extra nach Parkplatz gefragt. Die junge Dame die das Hostel betreut kommt raus und schließt das Gittertor nebenan auf, auf dem privaten Parkplatz kann ich meine Dicke hinter Gittern sicher und kostenlos abstellen. Nicht Toll, Super!
Zum ersten Mal in dieser Saison ist das Hostel, also alle 8 Betten in diesem Ein-Zimmer-Hostel ausgebucht, wir machen und mit ein wenig Alkohol eine schöne Zeit und feiern.

Samstag, 01.08.20, Tag 58

Heute ist Tallinn dran, die alte Stadt ist direkt nebenan also loslaufen. Bei meiner ersten Tour um 8 Uhr ist noch alles still und leer, nur die Tauben und Möwen sind schon wach. Um 10 bin ich wieder beim Hostel und fange mal an den Post vorzubereiten. Um 12 geht es dann wieder in die Stadt, ich mache eine Führung mit und lasse mir die Altstadt zeigen. Fast 2 Stunden geht es hoch und runter, Oberstadt und Unterstadt, eine Kirche nach der Anderen. Auch hier muss sich jede Religion verewigen.
Jetzt noch schnell was Essen und dann auf eigene Faust weiter durch diese schöne Stadt.
Morgen geht es dann wieder auf den TET, hier in Estland ist das wilde Campen nicht erlaubt. Aber es gibt eine Menge Plätze für Camper, kostenlos und Einfach und in einer eigenen App einfach zu finden. Bin mal gespannt.

2 Gedanken zu „Finnland und Estland in Woche 8“

  1. Hallo Fabian,
    ich lese jeden Sonntag deine Berichte.
    Finde alles sehr spannend und auch die Fotos (inklusive Tachostände) super.
    Wünsche weiterhin gute Fahrt.
    Valentin

  2. Hervorragend, grad Helsingor und Talinn erinnert mich an so manches. Hochspannend, Chapeau! Fahre im Geist weiter mit, meine Enfield auch. LGr vom Leander corporatefilm.de Christian Hassler hat mir das gesteckt!

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