Norwegen 2019

Im letzten Winter kam, wie immer, die Frage auf wohin es im Sommer gehen soll. Drei Wochen Motorrad und Zelt sollen es wieder sein, soviel ist klar, aber welches Ziel?
Island und Norwegen standen beide ganz oben auf der Liste, aber die Entscheidung ist dann gegen Island gefallen. Warum? Die Fährverbindung nach Island dauert einfach lang und kostet viele der knappen Urlaubstage.

Also Norwegen. Kaum entschieden und kommuniziert finden sich auch gewillte Begleiter für den Trip. Beide waren schon mehrfach in Norwegen und haben nichts gegen Zelte, gute Voraussetzungen also. Damit steht aber auch fest: Nordkap. Beide waren noch nicht da, da die Trips bisher immer kürzer als drei Wochen waren. Ein Zeitraum ist auch schnell gefunden, Ende August bis Anfang September soll es werden. Jetzt noch schnell die Fähren gebucht, Kiel-Oslo mit Color Line soll es sein und es kann los gehen. Naja, fast. Es sind noch Monate bis August…

Tag 0 – Regnerische Abfahrt

Heute soll es endlich losgehen, die Fähre geht erst morgen Mittag, aber schon mal in die Gegend kommen damit es nicht stressig wird.
Das Wetter ist aber dagegen. Es regnet nicht, es schüttet…
Also erstmal in Ruhe das gestern fertiggestellte Gepäck auf das Motorrad laden und dann nochmal nen Kaffee trinken. Eine Stunde später schüttet es immer noch, aber was solls… ICH WILL LOS! Erst mal zu den anderen fahren, ist zwar die falsche Richtung aber dann sitzt ich schon mal nicht mehr alleine zu Hause und schau unruhig aus dem Fenster.
Völlig nass komme ich an. Zumindest die Kombi ist nass, aber darin ist es trocken, erster Equipment test für die Große Reise ist bestanden. Nur die Handschuhe sind durch, zum Glück kann ich mir noch ein paar Wasserdichte vom Kollegen leihen, im Laufe der Reise zeigt sich das als sehr wichtig (inzwischen habe ich mir die gleichen Handschuhe für die Große Reise gekauft).
Gegen 16:00 Uhr ist es dann trockener und die Reise geht endlich los. Über die Autobahn geht es trocken nach Bremervörde, hier ist für heute Feierabend.

Tag 1 – Auf zur Fähre

Für heute ist nicht viel geplant, Kiel und die Fähre ist das Ziel.
Da das Wetter heute schön ist und gestern genug Kilometer Autobahn dabei waren geht es heute über die Landstraße. Das heißt, die Fähre Wischhafen-Glückstadt muss herhalten. Die ist auch zügig erreicht, es ist genug Zeit für einen Kaffee am anderen Ende.
Rechtzeitig kommen wir in Kiel an, genug Zeit um die Tanks nochmal voll zu machen und in der Schlange der Fähre zu warten. Nicht alleine auf zwei Rädern, genug andere Motorradfahrer wollen auch noch rüber. Irgendwann ist es dann soweit und wir dürfen auf die Fähre, aber so einfach ist das nicht…
Was ist das Schlimmste, wenn man auf eine Fähre fährt? Genau: auf der engen, steilen Rampe zwischen zwei Decks stehen bleiben zu müssen. Aber wenn Leute mit ihrem Gespann nicht den deutlichen Anweisungen des Personals folgen können (Wenn der Mann nach rechts zeigt, Fahr nach rechts und halt nicht an!) passiert so was auch mal. Unmut wird laut aber alles geht gut.
Noch das Motorrad festzurren, maximal zwei Spanngurte je Motorrad, so die Anweisung des Personals. Soll ich jetzt noch einen dazu nehmen? Mit dem Einen bin ich eigentlich sehr zufrieden… Für Einige reicht das nicht, selber mitgebrachte Gurte werden ausgepackt und verwendet. Ein interessantes Schauspiel.
Bald danach geht es dann aber auch los, die Fähre legt ab. Norwegen, wir kommen!

Tag 2 – Ankunft in Norwegen

Ankunft in Norwegen am Vormittag. Gespannt geht es aufs Fahrzeugdeck. Ob das Motorrad noch da ist? War ein Spanngurt ausreichend? Ja und Ja! Und ein Spanngurt ist auch schnell los gemacht, da braucht man nicht stundenlang, wie zum Beispiel andere… Runter vom Schiff geht glatt, in der Schlange vorm Zoll steht man trotzdem erstmal, auch wenn Motorräder nicht durchsucht werden. Aber eine Frage zu den Spanngurt-Enthusiasten kommt doch auf: Wie haben die es Unfallfrei zur Fähre geschafft und werden die Norwegen wohl überleben? Zunächst ein weiteres interessantes Schauspiel, dann nur noch nervig…
Jetzt erstmal raus aus Oslo. Das Navi will nicht so recht, der Hafen ist nicht sauber mit Straßen hinterlegt, also erstmal frei Schnauze und den Schildern nach. Auf der E6 kann man sich auch kaum verfahren, fast wie eine Autobahn ist die E6 in Oslo ausgebaut, zwischenzeitlich darf man sogar 110 km/h fahren! Überraschend sind aber für den Deutschen schon die Traktoren, die mit 90 über den Straße kacheln.
Bei Eidsvag geht es dann runter von der „Autobahn“ und auf Landstraßen in Richtung der schwedischen Grenze. Insgesamt zeigt sich der Straßenverkehr sehr freundlich und spärlich, ein wenig überraschend ist jedoch, dass plötzlich kein Asphalt mehr da ist. Aber der Naturbelag ist fest und griffig und wenn ein neuer Jaguar darauf fahren kann, kann das ne GS erst recht. Spaß kommt auf. Leider kommt schnell wieder Asphalt aber es soll ja auch voran gehen.
Nach 260 km und fast 6 Stunden wird dann ein Campingplatz gesucht und gefunden, die Wiesen sind aber nass und die Hütte kaum teurer als zwei Zelte, also schnell eine Hütte bezogen, Abendessen gekocht und Feierabend.

Tag 3 bis 5 – Inlandsvägen

Es soll ja schnell nach Norden gehen, damit wir dann auf dem Rückweg genügend Zeit haben zum genießen. Daher wollen wir durch Schweden fahren. Das Regenradar zeigt dicke Wolken über dem bottnischen Meerbusen, also doch im Inland fahren. Also kommt die E45 zum Zuge, eine Straße, die in Zentralschweden von Süden bis Norden geht. Passenderweise wird die Straße auch Inlandsvägen genannt.
Es geht voran, trotz Geschwindigkeitsbeschränkung auf nur 90 km/h ist der Durchschnitt hoch, 80 km/h sind es! Das muss man auf der deutschen Landstraße erstmal schaffen. Kaum Verkehr, kaum Ortschaften, da macht man richtig Kilometer. Kommt aber leider mit einem Preis: wirklich spannend ist es nicht. Und die Aussage vom Navi „in 350 km im Kreisverkehr die 2te Ausfahrt“ ist leider auch kein Fehler. Nur Rentiere und Schafe, die immer wieder in der Gegend rumstehen oder im schlechtesten Augenblick die Straße überqueren fordern ab und zu mal Aufmerksamkeit.
Eine willkommene Abwechslung ist da der Polarkreis. Klar, irgendwann muss der überquert werden, aber merken tut man davon nichts. Wenn da nicht ein riesiges Zentrum mit Café und Souvenirladen genau dahin gebaut währe. Man muss halt touristisch ausnutzen was man hat. Hier zeigt sich dann auch, das die Saison eigentlich vorbei ist. Der Parkplatz ist fast leer und im Laden ist auch keiner außer dem Verkäufer. Und der ist wohl schon zu lange allein da. Lustiger Typ.
Mit dem Wetter haben wir Glück, es regnet zwar jeden Tag immer mal wieder, aber nie lange und nie stark. Die Straßen sind zwar nass, aber nicht problematisch, geht ja eh nur gerade aus. Zelten nördlich des Polarkreis also erstmal kein Problem. Wer mal auf dieser Straße unterwegs ist, der sollte in Jokkmokk vorbei. Das soll das Zentrum der samischen Kultur in Schweden sein, haben wir uns aber nicht angeschaut. Aber der Campingplatz Arctic Camp Jokkmokk ist einen Besuch wert. Sauber sortierte Hütten und Ferienhäuser, klar abgesteckte Parzellen für Camper und Caravans. Alles was ich bei Campingplätzen hasse. Aber es geht auch noch einen Weg in den Wald und wer mit dem Zelt unterwegs ist darf den nutzen. Eine Lichtung im Wald mit Wiese und ein Sanitärgebäude, zwei weitere Zelte am Rand der Lichtung und Ruhe. So muss ein Zelt-Campingplatz aussehen!

Tag 6 und 7 – Nordkap und zurück

Nachdem gestern schon Finnland durchquert wurde, es ist ja nur ein kleiner Zipfen hier im Norden, sind wir zurück in Norwegen. Die E45 geht hier weiter bis nach Alta, ab da kommt dann die E6 die durch karge Landschaft weiter bis Olderfjord führt. Viel Auswahl gibt es hier oben nicht mehr, man kann auch über die E6 und Karasjok nach Olderfjord gelangen, aber das Wetterradar rät zur westlichen Route.
Nördlicher geht nur noch die E69, immer am Wasser entlang geht es zur Brücke nach Mageröya und weiter zum Kap. Einige Tunnel, norwegentypisch recht roh und nicht gut beleuchtet, unterbrechen die Fahrt und bieten ein wenig Wetterschutz. Denn hier oben ist es doch recht unangenehm, Temperaturen bei 0°C und Nieselregen mit ordentlich Wind , kein perfektes Wetter. Aber wir sind nicht die einzigen Motorradfahrer auf der Strecke, den Norweger stört das Wetter wohl nicht.
Angekommen am Kap muss erstmal das Portemonnaie gezückt werden. Für den Parkplatz und das Besucherzentrum muss bezahlt werden. Nur Fahrradfahrer dürfen umsonst rein. Hier ist auch wieder mehr los, aber die großen Parkplätze zeigen, dass der große Ansturm schon vorbei ist.
Nach Aufwärmen mit Cappuccino kommt dann sogar die Sonne raus und wir gehen dann doch mal raus zur Kugel. Der nördlichste Punkt der Reise ist damit erreicht.
Der Rückweg führt über die gleichen Straßen bis Alta, hier geht es dann westlich weiter, die Lofoten sind das nächste Ziel. Und der Regen holt uns ein, ab Mittag des zweiten Tages kommt wieder richtig was runter. Da hat man nicht viel Wahl bei der Unterkunft. Die Hütte ist schlecht, die Heizung ist aus und schafft es nach Einschalten auch nicht, die Hütte bis zum Morgen auf gute Temperaturen zu bringen. Aber wenigstens ist es trocken.

Tag 8 und 9 – Die Lofoten

Der Regen des Vortages ist noch nicht vorbei, es kommt immer noch eine menge Wasser vom Himmel. Aber davon lassen wir uns nicht abbringen. Weiter auf die Lofoten und auch mal wieder runter von den E Straßen. Das klappt ganz gut, die Brücken müssen sein aber ansonsten gibt es meistens zwei Möglichkeiten der Routenwahl. Dem Wetter geschuldet bleibt der erste Tag auf den Lofoten recht kurz. Schon am frühen Nachmittag suchen wir uns eine Hütte.
Diese Hütte ist das genaue Gegenteil der Hütte der letzten Nacht! Groß, schön eingerichtet, warm (!) und ein eigenes Bad. Nach den letzten Zwei Tagen im Dauerregen eine gute Sache um wieder Energie zu tanken.
Am nächsten Morgen dann bestes Wetter, ohne den Wind schon fast sommerlich. Da fährt man doch gerne wieder. Bis zur letzten Stadt im Süden der Lofoten geht es, bevor dann die Fähre ab Moskenes uns zurück ans Festland bringt. So der Plan…
Die Fähre von Moskenes nach Bodo fährt Morgens, Mittags und Abends, jedenfalls im Sommerfahrplan. Der galt bis gestern. Ab heute nur noch Morgens und Abends. Die Abendfähre ist uns zu spät, da kommen wir erst nach Mitternacht in Bodo an, und der Campingplatz bei der Fähre ist wenig einladend, also fällt auch die Fähre um 7:00 Uhr aus. Was solls, das Wetter ist toll und wir sind ja motorisiert. Also zurück auf eigener Achse, bei diesem Wetter kommt sogar Spaß an der Straße auf. Der Wind ist nur nicht so einfach zu handhaben, das Warnschild an der Brücke sagt 15 m/s Seitenwind und den merkt man auch. Bei passieren der Brückenpfeiler kommt es fast zum ungewollten Spurwechsel…
Bis hinter Narvik führt es uns heute dann noch und damit auch zurück auf die E6.

Tag 10 bis 13 – immer nach Süden

Auf der E6 geht es dann auch weiter, bis wir in Fauske Richtung Bodo (ja, da wollten wir schon gestern sein) abbiegen. Die E6 ist in diesem Bereich aber recht angenehm zu fahren, viele Kurven und wenig Verkehr bei guten Wetter. So soll es sein. Die vielen Baustellen, die immer wieder durchquert werden müssen zeigen aber, die Straße soll begradigt werden. In ein paar Jahren ist es dann sicher nicht mehr so schön zu fahren.
Baustellen ist eh so eine Sache in Norwegen. Hier wird nicht gleich die Straße gesperrt, nur weil der Asphalt abgefräst wurde. Kann man doch weiter klasse drauf fahren. Außerdem sieht man immer jemanden Arbeiten, es passiert also was. Interessant wird es nur, wenn die Straßen einspurig werden durch die Baustelle. Wo bei uns Ampeln den Verkehr regeln sind es hier Arbeiter. Aber einfach durch die Baustelle fahren, wenn der Weg freigegeben ist geht natürlich auch nicht, da muss schon ein Leitfahrzeug voraus fahren, sonst könnte man sich ja verfahren.
Vor Bodo geht es dann aber auf die 17. Die 17 ist DIE Küstenstraße in Norwegen. Den Fjorden folgend unterbrochen immer mal wieder von Fähren geht es kurvig weiter. Der Polarkreis wird diesmal auf einer Fähre überquert, am Ufer markiert durch ein, der Kugel am Nordkap nicht unähnliches, Gebilde und durch den Kapitän angekündigt. Also kein Besucherzentrum diesmal.
Unterwegs kann man, wenn man zur richtigen Zeit da ist, den Saltstraumen bewundern. Den stärksten Gezeitenstrudel der Welt. Bei Flut und Ebbe muss eine menge Wasser durch eine Engstelle, die hohen Geschwindigkeiten lösen dann die Strudel aus.
Die Fähren sind auch das Problem auf dieser Straße, auch hier schon der Winterfahrplan. Zwei Stunden warten auf die Fähre und dann noch eine Stunde Fähre fahren, das kostet einfach Zeit und die Kilometer leiden drunter.
Also geht es bei Mosjoen zurück auf die E6, der wir bis hinter Trondheim folgen bevor es dann wieder raus zur Küste geht und am Fuß des Trollstigen dieser Abschnitt endet.

Tag 14 – Trollstigen, Geiranger und die 258

Zwei der bekanntesten Routen in Norwegen liegen an der 63, der Trollstigen und die Abfahrt zum Geiranger Fjord. Nach einer Nacht am Fusse des Trollstigen auf einem netten Campingplatz geht es heute zuerst über enge Straßen und Haarnadelkurven hoch. Zum Glück ist es noch früh und der Verkehr harmlos, die Norwegen lassen einen eh vorbei, nur die deutschen Wohnmobile stehen einfach im Weg herum. Oben erwartet einen ein Café, ein Souvenirladen und eine nette Aussichtsplattform. Aber hier ist doch schon mehr los als im Norden, Busweise werden die, meist asiatischen Touristen, hergekarrt. Zwischen hohen Bergen geht die Straße weiter, hoch und runter bei Temperaturen im niedrigen, einstelligen Bereich. Trotzdem geht es gut weiter, die Busse haben wir schon wieder hinter uns gelassen.
Wieder mal eine Fähre, auch auf dieser Straße, bringt uns weiter und ein paar Kilometer später stehen wir, diesmal oben, an einer Serpentienenstraße. Diese führt uns runter zum Geiranger Fjord, der sehr schön funkelnd immer im Blick ist. Kurze Pause mit einem Cappuccino und lästern über amerikanische Touristen, warum sind hier so viele Amis? Selbst Kreuzfahrschiffe fahren hier an und entladen die Touristen auf diese kleine Stadt. Der Spaß mit den Straßen ist aber noch nicht vorbei, weg von Geiranger geht wieder eine Straße mit Spitzkehren, diesmal der Blick in die Berge.
Die 63 geht weiter bis wir, kurz vor Grottli auf die E15 treffen. In Grottli biegen wir dann aber ab auf die 258 über das Strynefjellet. Hier ist mal wieder Naturbelag angesagt, aber auch dieser ist sehr gut fahrbar und fest. Da die Straße nur wenig mehr als einspurig ist und die E15 das Fjell umfährt, ist hier kaum noch jemand unterwegs. So haben wir unseren Spaß und den lassen wir uns auch nicht vom kalten Wind verderben. Das das hier ein Sommerskigebiet ist, zeigt sich nicht, kein Schnee ist zu durchqueren. Über einigen Kehren kommen wir wieder zurück zur E15, die sich auch eng durch die Landschaft schlängelt. Beim Stopp an der Tankstelle kurz darauf und einem Blick auf die Karte stellen wir fest, wenn wir auf der Straße weiter fahren, verpassen wir das Sognefellet, über das wir auch noch wollen. Also umdrehen… Ich fahre wieder über die 258, die anderen entscheiden sich für die E15 und wir treffen uns in Grottli wieder. Hier wird dann auch schon auf mich gewartet, trotz längerer Strecke waren die Beiden schneller als ich hier. Macht nichts, ich hatte jede Menge Spaß beim Versuch schneller zu sein 🙂
Der nächste Stopp ist dann in Lom, hier ist eine sehr schöne Stabkirche zu bewundern, leider sind wir schon zu spät, um hinein zu kommen. Also Feierabend…

Tag 15 und 16 – Sognefellet und Hardangervidda

Zwei Hochebenen an zwei Tagen, karge Landschaft und nichts was den Wind aufhält. Die Heizgriffe kommen jetzt dann richtig zum Einsatz, es soll vor kurzen noch geschneit haben. Trotzdem sind die Sportler mit Sommerski unterwegs. Diese Inlineskate ähnlichen Dinger sind wahrscheinlich der Grund, warum die Norweger im Langlauf so gut sind. Mit Inbrunst dem Wetter trotzend mach die Norweger hier Kilometer um Kilometer. Ich bin echt froh, einen Motor dabei zu haben. Es geht hier nicht viel hoch und runter, aber lange Strecken sind zu überwinden um irgendwo hin zu kommen.
Fahrerisch kommen dann doch noch Besonderheiten auf uns zu. Besondere Tunnel um präzise zu sein. Kreisverkehre im Tunnel habe ich vorher noch nie gesehen, klein sind die auch nicht gerade. Das man einen Tunnel auf halber höhe einer Felswand verlässt, um direkt auf einer Brück einen Fjord zu überqueren ist auch nichts alltägliches. Die Brücke endet aber auch nicht einfach so, man landet wieder in einem Tunnel und ein weiterer Kreisverkehr erwartet einen. Tolle Ingenieurskunst!
Damit sind aber die besonderen Tunnel noch nicht vorbei. Kurz darauf kommen Tunnel mit Spitzkehren und einer Spirale, ähnlich einem Parkhaus. Das muss man mal gesehen haben, was aber gar nicht so einfach ist, die Beleuchtung der Tunnel ist nicht überragend und man sollte doch sehr aufmerksam sein.
Am Ende der Tunnel gibt es eine Möglichkeit zum anhalten, was wir gerne nutzen. Hier ist nämlich schon die nächste Attraktion dieser tollen Gegend zu sehen: der Vöringfossen. Ein riesiger Wasserfall, der mit lautem Getöse zu Tal donnert. Aber auch der Aussichtspunkt ist was besonderes, es geht steil bergab, völlig ohne Sicherung der Kante. Zu sehen ist von hier nur ein, nicht sehr beeindruckender, Wasserfall. Das passt auch nicht zur Geräuschkulisse. Wenn man dem Fußweg die Straße zurück aber folgt, taucht plötzlich ein weiterer Wasserfall auf, deutlich größer und die Erklärung für den Lärm. Das ist dann auch der eigentliche Vöringfossen.
An beiden Abenden ist dann noch eine Besonderheit der norwegischen Hütten zu erleben. Hüttenplätze wo niemand sich um die Ankunft und Abfahrt kümmert. Wenn ein Schlüssel steckt, ist die Hütte frei und kann bezogen werden. Zum Bezahlen ist dann einfach ein Briefkasten da, Geld einwerfen und gut. Ab und an kommt dann mal jemand vorbei und kontrolliert die Hütten, das Sanitärgebäude und nimmt das Geld mit. Vertrauen gibt es hier noch und es scheint auch zu funktionieren.

Tag 17 und 18 – zurück nach Oslo

Bei starkem Regen geht es hinab vom Hardangervidda und einfach nur zum Camping in Notodden. Hier ist immer der letzte Campingplatz der anderen Beiden, bevor das Schiff in Oslo wieder bestiegen wird. Also die Tradition aufrecht halten und am Flugplatz eine Hütte beziehen.
Flugplatz? Ja genau, mit Blick auf die Landebahn. Viel ist aber nicht los, die Segelflieger haben keine Lust, das Wetter ist zu schlecht und der Linienverkehr ist nur 2mal täglich nach Bergen. Für die, nicht sehr großen, Linienmaschinen wird die Landebahn dann extra verlängert, die Feuerwehr sperrt die Straße ab, die über die Landebahn geht. Das ist auch schon das, was man am meisten mitbekommt, der Flieger selber ist kaum zu bemerken und wenn man nicht extra drauf achtet ist der auch schon gelandet bevor man hinschauen kann.
Am Morgen dann schnell noch nach Oslo, der Verkehr wird wieder mehr, die Straßen wieder größer und dann ist auch schon der Hafen erreicht und es geht wieder auf das Schiff nach Hause.

Tag 19 – ab nach Hause

Gegen 11:00 geht es runter vom Schiff und ab nach Hause. Auf direktem Weg von Kiel nach Krefeld über die Autobahn. Heute Abend ist schließlich Stammtisch, da kann man auch mal ein paar hundert Kilometer auf der Autobahn machen 🙂

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