Wenn einer eine Reise tut

dann kann er was erzählen.
Drum nähme ich den Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen.

(Matthias Claudius (1740 – 1815) („Urian‘s Reise um die Welt“))

Aber auch vor der Reise gibt es eine menge zu erzählen und gefragt wird man auch immer wieder. Eine der häufigsten Fragen ist:

Wie ist das mit der Krankenversicherung?

Unsere deutsche, gesetzliche Krankenversicherung ist sicherlich sehr gut, solange wir uns in Deutschland aufhalten und die Kosten direkt vom Lohn abgezogen werden.
Wenn wir uns jetzt aber mal weiter damit beschäftigen und kein Lohn kommt, dann sehen wir schnell, dass höchstens die kurze Urlaubsreise mit versichert ist und die Kosten doch recht hoch sind.
Zum Glück gibt es immer mal wieder Leute, die für längere Zeit ins Ausland gehen. Zum Beispiel AuPairs, Austauschschüler, Auslands-Studenten oder „Work and Travel“ Leute. Anbieter für Krankenversicherungen gibt es damit genügend, ich will die hier nicht aufzählen, googelt einfach mal, da findet man schon was.
Wichtig bei all diesen Versicherungen ist, wie lange man unterwegs sein will. Die meisten unterscheiden zwischen unter einem Jahr und darüber. Das ist dann auch wichtig, bei der Möglichkeit zur Verlängerung einer solchen Versicherung. Auch ganz wichtig ist, ob Kanada und USA auf dem Reiseplan steht. Aufgrund der hohen Behandlungskosten in diesen Ländern hebt das die Gebühren an.
Ich habe jetzt eine Versicherung bei STA Travel gekauft, für 15 Monate (und damit verlängerbar) inkl. USA und Kanada. Zu bezahlen ist die Versicherung im voraus, bei vorzeitigem Abbruch der Reise kann man jedoch die zu viel bezahlten Tage zurück bekommen.
Was alle Anbieter gemein haben ist, dass sofern es finanziell und medizinisch sinnvoll ist, der Rücktransport nach Deutschland bezahlt wird, wo du dann wieder das Problem der deutschen Krankenversicherung bist.

Die deutsche Krankenversicherung

muss natürlich gekündigt werden, sonst laufen die Kosten ja weiter. Aber wenn man nach der Rückkehr wieder in die Versicherung will, muss diese einen nicht wieder aufnehmen. Das könnte also heißen, die private Krankenversicherung muss herhalten.

Um das zu umgehen gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Eine Anwartschaft kaufen. Für die geringe Gebühr von nur 50€/Monat kann man sich die Möglichkeit zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse erkaufen (Je nach Krankenkasse kann diese Gebühr natürlich variieren). Das klingt nicht sehr verlockend…. aber es gibt ja auch noch die Möglichkeit
  2. Das Auswandern. Also das Aufgeben des Wohnsitzes in Deutschland. Die letzte Versicherung bei der du vor der Ausreise versichert warst muss dich nach deiner Wiederkehr auch wieder aufnehmen. Klingt gut, aber

Wohnsitz in Deutschland aufgeben?

Klingt erst einmal komisch, aber das hat ja nichts mit der Staatsbürgerschaft zu tun. Nur für Verträge und so ist es schon wichtig, eine Adresse zu haben. Bei Banken und Versicherungen habe ich nachgefragt und dann die Adresse meiner Eltern angegeben, damit sind die dann auch Zufrieden. Für das Straßenverkehrsamt ist es etwas umständlicher. Damit mein Motorrad weiter in Deutschland zugelassen sein kann, muss eine empfangsbevollmächtigte Adresse angegeben werden. Laut Internet ein schwerer Vorgang, der mit einigem Durchhaltevermögen verbunden ist. In Krefeld aber kein Problem. Mein Vater und Ich waren gemeinsam bei Straßenverkehrsamt und wollten nur die Info haben, wo das zu tun ist, in Krefeld oder in Recklinghausen. 15 Minuten später war alles erledigt. Perso und Fahrzeugschein sollte man aber dabei haben. Es hilft, wenn man an einen Mitarbeiter kommt, der so etwas schon mal gemacht hat und damit Erfahrung mit dem Vorgang hat. Da es aber selten vorkommt, ist das halt Glückssache.

Ob das alles so funktioniert werde ich dann in den nächsten Tagen herausfinden, wenn ich mich aus Krefeld abmelde…

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