Woche 3, Schweden

Wieder eine Woche um, weiter zick-zack gen Norden durch Schweden 🙂

Bilder ganz unten 🙂

Montag, 22.06.20, Tag 17

Nach dem gestrigen Besuch in Östersund geht es heute wieder weiter. Richtung Süd-Ost geht es, ich will morgen ja nach Orsa zurück um hoffentlich meinen Brief in Empfang zu nehmen. Passenderweise klingelt das Telefon als ich gerade an einer Tankstelle eine Rast einlege. Orsa Camping, es ist ein Brief für mich angekommen! Super Timing, und die netten Leute vom Camping halten den Brief gerne bis morgen für mich fest.
Am Abend finde ich einen schönen Spot für das Zelt, so kann es laufen.

Dienstag, 23.06.20, Tag 18

Ich gebe Gas, um nach Orsa zu kommen und meine Sachen einzusammeln. Gegen Mittag bin ich dann auch da und hab meine deutsche Sim-Karte wieder. Bin also wieder unter meiner alten Telefonnummer zu erreichen. Super!
Es ist aber noch zu früh für Feierabend, also geht es erstmal weiter, Nord-West ist diesmal die Richtung.
Der Stop für die Nacht ist in der Nähe von Särna, der Spot ist schön, aber die Straße doch eher auf der langweiligen Seite.

Mittwoch, 24.06.20, Tag 19

So schön ist mein Nachtlager, das ich erst um 11 Uhr alles eingesammelt habe und weiter fahren kann.Richtung Idre geht es erstmal. Das erste Rentier auf der Straße zeigt sich. Interesse am Verkehr? Null!
Ich verlasse den Asphalt für eine Naturstraße Richtung Norden, die Straße ist besser als mancher Asphalt, ich komme gut voran. Bremsen für Rentiere ist aber Pflicht, die laufen mitten auf der Straße und können sich auch nicht für eine Richtung entscheiden…
Die 84 ist die nächst größere Straße die ich treffe, bis zur Grenze nach Norwegen fahre ich. Da drehe ich um und fange an, nach einem Platz zu suchen. Der Campingplatz will 200 SEK haben, die zahle ich nicht und fahre weiter. Um einen See herum geht eine Schotterstraße, die nehme ich erstmal. Hier sehe ich auch wieder einen Elch. Am Straßenrand. Und der ist ganz schnell im Wald verschwunden, sind halt doch anders drauf als Rentiere.
Etwas ab von der 84 finde ich eine Wiese mit Tischen, hier lasse ich mich nieder für die Nacht. Ein Camper und ein Wohnwagen leisten mir bald auch Gesellschaft.

Donnerstag, 25.06.20, Tag 20

Beim Morgenkaffee an einer Tankstelle um die Ecke treffe ich eine deutsche Expat. Die betreibt hier in der Nähe ein B&B. Es ist merklich, dass die Norweger nicht kommen dürfen, eigentlich ist gerade Hochsaison.
Sie empfiehlt mir eine Straße hoch auf ein Fjell, die sollte ich fahren. Gut, da wollte ich eh lang, jetzt weiß ich, dass es schön wird. Feste Schotterstraße führt hoch aufs Fjell, hier ist alles Karg und Kalt, aber der weite Blick ist Super! Auch hier wieder desinteressierte Rentiere.
Runter geht es auf einer ebenso guten Straße, dann kommt wieder Asphalt. Aber für die Mittagspause finde ich eine super Stelle, wenn es nicht so steinig währe würde ich glatt bleiben. Aber eine Pause ist drin.
Für den Abend suche ich mir einen Campingplatz, eine Dusche ist notwendig.
Der Platz ist günstig, aber direkt an einem Wasserfall, recht laut aber man gewöhnt sich dran.

Freitag, 26.06.20, Tag 21

Irgendwie den Weg nach Norden suchen, alles nur nicht die E fahren. So geht es über Kilometer kleinere und mittlere Straßen. Dann fährt man aber auch mal in eine Gebiet rein, bei dem klar ist, es gibt nur einen Weg raus. Nach einer Stunde fahrt komme ich an einen Damm, die Schranke ist zu und verschlossen. Mist. Also wieder zurück, Nüdschjanix. Beim Raus fahren fällt mir Sackgassenschild auf, das am Baum lehnt. Wenn ich das früher gesehen hätte…
Der Platz den ich mir für die Nacht ausgesucht habe ist schon belebt, ein junges Pärchen aus Münster, unterwegs mit einer Triumph Tiger, ist schon da. Aber es ist genug Platz für ein weiteres Zelt. Ein wenig fachsimpeln tut auch gut.
Ich wünsche euch beiden eine gute weitere Reise!
In der Nacht regnet es, aber das Zelt ist trocken.

Samstag, 27.06.20, Tag 22

Wieder dauert es, bis ich los komme. Ich stelle das Navi auf Gädedde und Klimpfjell, und bekomme zwei Routen vorgeschlagen. Eine länger und schneller, eine kürzer und langsamer. Welche nehme ich wohl?
Die kürzere Strecke beginnt super, kleine gewundene Straße mit viel Spaß. Dann folgt fester Schotter, kein Thema. Dann folgt tiefer, loser Schotter. Thema! Echt unangenehm zu fahren, geradeaus ist Arbeit. Nach 12 km liegt der Schotter hinter mir, ein Waldweg / Forstweg folgt. Zwei tief ausgefahrene Spuren, in der Mitte Graß. Aber wenigstens trocken, die großen Steine und Wurzeln zwischenrein fordern höchste Konzentration, aber besser als der tiefe Schotter. Als der Weg einfacher wird, erinnere ich mich an die Kamera und mach mal ein Video. Der Typ auf dem Quad, der mir entgegen kommt, schaut ganz schön skeptisch.
Irgendwann treffe ich bei Lidsjöberg auf Straße, erstmal kurz durchschnaufen. Die ersten 50 km des Tages waren ganz schön anstrengend. Im Landhandel empfiehlt mir die nette Dame einen kleinen Umweg um einen Wasserfall zu besuchen. Also nach ein paar Kilometern wieder runter vom Asphalt und auf (festen) Schotter. Das Navi schiebt die Ankunftszeit um zwei Stunden weiter, so klein ist der Umweg wohl doch nicht.
Der Wasserfall ist den Umweg aber wert, sehr schön ist es hier. Leider auch voll und alle Picknick Bänke sind besetzt, kein Mittagessen hier.
Weiter geht es Richtung Klimpfjell, über eine der höchsten Straßen Schwedens, etwa 850 m hoch. Es kühlt merklich ab (12°C) und der Schnee am Straßenrand wird immer mehr, wie viel das wohl im Winter war? Jede Menge Camper stehen am Straßenrand, der Sonnenuntergang hier soll toll sein, ich fahre aber lieber wieder runter.
An einem See finde ich eine Ecke für mein Zelt. Gute Nacht.

Sonntag, 28.06.20, Tag 23

Es ist nicht kalt, aber doch kühl als ich aus dem Zelt krabbel. Zwischen 12° und 16° sind es auf dem Weg nach Vilhelmina. Nach einer Stunde bin ich da und setzte mich in eine Tankstelle und schreibe diese Zeilen 🙂

2 Gedanken zu „Woche 3, Schweden“

  1. Hallo,
    hier sind Sabi & Michael aus Münster. Die beiden, die auf der Triumph unterwegs sind.
    Wir haben uns sehr gefreut deinen Beitrag hier zu lesen. Wir werden deine Reise weiterhin verfolgen und wünschen dir auch eine gute Weiterfahrt.

    Vielen Dank nochmal für den Tipp mit der Strecke von Ljungdalen nach Funäsdalen. Die Strecke hat richtig Spaß gemacht und war eine der schönsten unserer ganzen Reise.
    Mittlerweile sind wir zu Hause und das Motorrad hat es bis hierhin überstanden (auch wenn es jetzt leider Probleme macht).

    Weiterhin viel Erfolg und vielleicht sehen wir uns ja irgendwann irgendwo im Süden wieder.

    1. Hallo Sabi und Michael,
      schön das Ihr es wieder nach Hause geschafft habt. Es ist natürlich ärgerlich, das die Triumph jetzt ärger macht, aber besser zu Hause als auf der Straße.
      Ich wünsche euch viel Erfolg für eure Pläne nächstes Jahr, haltet mich mal informiert, dann schau ich mal 🙂

      MFg,
      Fabian

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