Woche 6 in Schweden, Finnland und Norwegen

Sonntag, 12.07.20, Tag 37

Mal schnell rein nach Lulea, ich will euch ja berichten was in der letzten Woche so passiert ist 🙂
Da das Wetter nicht sehr freundlich ist, fahre ich heute nur noch hier in der Gegend rum und suche einen Platz zum Übernachten. Kurz vor einem Wandererparkplatz werde ich fündig, hier kann ich das Zelt aufstellen.
Hoffentlich ist morgen der neue Reifen da, damit ich weiter kann.

Montag, 13.07.20, Tag 38

Morgens ist alles nass, aber der Regen ist schon abgeklungen. Naja, das Zelt nass einpacken ist nicht so toll, aber was solls.
Ich fahre zu einer Tankstelle in Lulea, Kaffee besorgen. Als ich mit dem Kaffee in der Hand da stehe, klingelt das Telefon. Der Reifen ist da! Das Wetter ist immer noch schlecht, ich verabrede mich mit dem netten Herrn vom Reifencenter für 14 Uhr, dann ist seine Werkstatt leer und ich kann das Rad im trockenen ausbauen und einbauen. Jetzt also erst mal Zeit totschlagen, aber das geht auch rum. Pünktlich um 13:45 stehe ich beim Reifenhändler, ein wenig muss ich noch warten aber dann geht es schnell und der neue Gummi ist montiert.
Dann noch schnell zum BMW Händler, vielleicht hat er ja endlich Ölfilter. Und siehe da, einer ist noch da. Einer? Der hatte doch 12 bestellt. Ich frage nochmal nach, es ist wirklich nur einer über…
Ich finde einen ganz tollen Platz im Wald auf halber Strecke nach Finnland, die Grenze müsste offen sein. Während ich vorm Zelt sitze, sehe ich was weißes im Wald, ein junger Elch (?) besucht mich. Bis auf 5 Meter lässt er mich ran, dann geht’s weiter weg, ein Stückchen nur.

Dienstag, 14.07.20, Tag 40

Schnell nach Haparanda, zur Grenze, ich nehme den kleinen Übergang hinterm Ikea. Pass dabei? Klar. German? Yes. Und schon ist die Grenze überschritten. So einfach wars…
Ich finde in Tornio einen Yamaha, Honda und so weiter Händler, mal fragen ob ich hier einen Ölwechsel machen darf. Nein, aber der nächste BMW Händler ist 100km Richtung Süden. Da will ich noch nicht hin, sie erklären sich einverstanden den Ölwechsel zu machen, Filter hab ich ja. Und der Preis ist auch OK, also machen lassen.Jetzt geht es wieder nach Norden, hatten wir ja schon eine Weile nicht mehr. Die Straße ist klein und matschig, teilweise richtig überflutet. Aber es macht Spass, auch wenn es anstrengend ist. An einer Badestelle baue ich das Zelt auf, in dem Unterstand kann ich mir trocken was zu essen kochen. Leider kein Feuerholz mehr da, das wäre noch was gewesen.

Mittwoch, 15.07.20, Tag 41

Auf größeren Straßen geht es weiter, bin in die Nähe zum nördlichsten Grenzübergang mit Schweden. Viele Rentiere sind unterwegs, aber ansonsten nichts interessantes.
Ich finde einen tollen Platz im Wald, am Grenzfluss nach Schweden, vor ungefähr einer Woche stand ich auf der anderen Seite und durfte nicht rüber.

Donnerstag, 16.07.20, Tag 42

Ich fahre nach Norwegen rüber, der Grenzübergang ist nicht mal besetzt. Hier ist schon wieder alles Normal.
Da ich dringend eine Dusche brauche suche ich mir am frühen Nachmittag einen Campingplatz kurz hinter Alta. Hier ist richtig was los, deutlich mehr als in Schweden. Mit meinem sind es auch immerhin 6 Motorräder mit Zelt hier.
Morgen will ich nach Hammerfest, ich suche eine Route die nicht über die E geht. Gibt es nicht. Selbst der TET fährt darüber. Naja…

Freitag, 17.07.20, Tag 43

Also über die E nach Hammerfest. Geht immerhin zügig. Bis ich in Skaidi nach Hammerfest abbiege. Hatte ich was von vielen Rentieren gesagt? Kein Vergleich zu dieser Straße! Überall und in Massen.
Ich besuche die Hammerfestdaggen, Die Norweger lassen sich das feiern nicht verbieten.
Das Wetter ist heute mit bis zu 24° recht warm, auch wenn die Sonne sich kaum sehen lässt. Ich beschließe weiter zum Nordkapp zu fahren, dann kann ich die Strecke im trockenen machen.
Ich fahre bis zum Parkplatz und drehe um. Verwunderte Blicke der zwei GS Treiber hinter mir, aber ich suche erst mal einen Platz zum Übernachten. Den finde ich auch ungefähr 10km vorm Kapp. Es windet zwar, aber mit 15° ist es noch ganz angenehm. Es kommt ein weiterer Motorradfahrer her, 1200RT aus der Schweiz. Er war schon am Kapp und ist unterwegs zurück. Er stellt sich dazu, sein erstes wildes Campen. Das Wetter legt auch gleich mit Regen los um Ihn gebührend zu taufen.

Samstag, 18.07.20, Tag 44

Früh mache ich mich auf den Weg, auch wenn das Zelt noch nass ist. Muss es halt beim nächsten Stopp trocken. Um 6 Uhr ist noch nichts los am Kapp, ein paar Camper schauen verschlafen aus Ihren Dosen, ich kann gemütlich zum Globus laufen. Als ich zurück laufe macht das Center plötzlich auf, eine angemeldete Busgruppe ist da. Um 8 machen die aber wieder zu, Unsinn dafür den vollen Preis zu zahlen. Ich zahle den Parkplatz und darf rein. Immerhin.
Jetzt geht’s weiter, Gamwik steht als nächstes auf dem Plan. Fast so weit nördlich wie das Kapp aber nicht turistisch ausgebaut.
Gegen zwei hab ich keine Lust mehr, Gamwik sind noch 100km. Bei einem Fischercamp halte ich an, auch ohne zu angeln darf ich hier übernachten. Immerhin eine Toilette gibt es hier. Das Zelt ist in der Sonne, die sich inzwischen durchgekämpft hat, auch schnell trocken.

Sonntag, 19.07.20, Tag 45

Weiter geht es nach Gamvik, hier soll man hin, wenn einem das Nordkapp zu voll ist. Die Straße ist auch leer, ein paar Camper sind am Straßenrand zu sehen. Und die Straße macht Spass! Kurven gibt es meistens, aber neben der Straße ist tollste Landschaft zu sehen. Abwechslungsreich von Meer über Wald bis karger Boden. Das Wetter spielt mit, um die 18°C sind es und trocken. Die dicken Wolken am Himmel lassen aber böses vermuten.
Gamvik erreiche ich kurz nach Mittag, ich fahre durch das kleine Fischerdorf auf den Schotterweg zum Leuchtturm Slettnes Fyr. Der letzte Gusseiserne Leuchtturm in Finnmark. Beim Rückzug der Deutschen am Ende des 2ten Weltkriegs ist die Sprengung misslungen, daher noch nicht in Beton neu gebaut. Fast so hoch im Norden wie das Nordkapp, nur 5 Grad Minuten weiter südlich. Ganz alleine bin ich dann doch nicht, aber außer Norwegen sieht man hier niemanden.
Auf dem Rückweg macht der Himmel dann die Schleusen auf und zwar nicht zu knapp. Jetzt das Zelt aufbauen und dem Regen zuhören will ich nicht. Also lieber noch ein paar Kilometer machen, die Klamotten sind ja wasserdicht. Bis nach Kirkenes geht es noch, insgesamt ungefähr 530km waren es damit heute. In Kirkenes entscheide ich mich für ein wenig Luxus, ich checke in einem guten Hotel ein und geh erstmal gemütlich essen.
Damit hab ich dann auch WLan und kann euch die Fotos hochladen 🙂

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